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Rechtliche Tücken beim Erstellen der eigenen Homepage

firstlex Kanzleien Urheberrecht - Rechtliche Tücken beim Erstellen der eigenen Homepage

von Dr. Kai Stumper, Rechtsanwalt


Die Beurteilung der Vorteile des Internet ist durchaus zwiegespalten. Dennoch geht die Tendenz dahin, dass man wohl künftig ohne eigene Homepage nicht mehr auskommen wird. Doch dabei können nicht nur technische Schwierigkeiten auftauchen.

 

Die Gefar des „Abkupferns"

 

Zunächst geht es darum, wie man die eigenen Homepage-Seiten gegen Missbrauch schützen kann und was zu beachten ist, wenn man andere Seiten für eigene Zwecke nutzen möchte.
Wenn jemand eine Homepage selbst erstellt und ins Netz einspeist, entsteht dadurch auch ein Urheberrecht an diesem Werk. Das galt schon bisher und mit den seit September 2003 in Kraft getretenen Änderungen des Urheberrechtsgesetzes hat die Einspeisung nun auch einen gesetzlichen Namen erhalten – „Recht der öffentlichen Zugänglichmachung“ erschien den Bürokraten genehm. Dass sie ein eigenständiges,  geschütztes Nutzungsrecht darstellt, ist nun unmissverständlich geregelt.
Wenn nun ein fremder Nutzer dieses Angebot allzu begeistert aufnimmt und Elemente oder gleich die ganze Seite für seine Zwecke „abkupfert", kann der Urheber ihn zwar in Anspruch nehmen. Der andere wird aber möglicherweise einwenden, diese Nutzung sei ihm nicht verboten worden, zumindest habe er sie für erlaubt gehalten. Dieser Einwand ist nicht allzu abwegig, denn auf zahlreichen Seiten wird man ausdrücklich und manchmal geradezu händeringend gebeten, die dortigen „Kunstwerke" wie etwa Hintergründe, Animationen, Buttons und dergleichen in seine eigenen Sites einzubauen und oftmals fehlt dabei jeglicher Hinweis auf Urheberrechte, woraus sich durchaus ableiten ließe, dass der Urheber zumindest auf die Geltendmachung seiner Ansprüche gegen den Nutzer verzichtet.

Der Copyright-Hinweis
Um derlei Interpretationen vorzubeugen ist daher zu empfehlen, den eigenen Seiten, und zwar auf jeder einzelnen Seite, mindestens den Namen des Erstellers mit Datum hinzuzufügen. Nicht zwingend, aber praktisch durchaus sinnvoll ist es, das Copyright-Zeichen mit einzubinden, denn das kennt mittlerweile fast jeder und weiß dadurch, was gemeint ist. Man sollte aber sehr genau darauf achten, wo man seine persönliche „Marke" setzt. Arbeitet der Ersteller nämlich tatsächlich mit fremdem Material, das er auf anderen Seiten aufgegriffen hat, darf er dieses nicht mit seinem Urhebervermerk versehen. Das gilt selbstverständlich immer für Fälle, in denen auf der fremden Seite die Nutzung des dortigen Elementes, also etwa einer Graphik oder eines Textteils, nur unter der Voraussetzung des „mitgeschleiften" Urheberhinweises freigestellt worden ist. So ist es etwa bei Countern üblich, dass sie unentgeltlich genutzt werden dürfen, wenn das Logo des Anbieters angekoppelt wird, was natürlich eher und zugleich dem Zweck der Werbung dient.
Das Verbot, sich mit fremden Federn zu schmücken, gilt aber auch dann, wenn überhaupt erkennbar war, dass jemand Urheber des Materials war. Es gilt nur dann nicht, wenn der Urheber ersichtlich auf den Hinweis verzichtet hat.

 

Der Vertrag mit einem Homepage-Ersteller

Gibt jemand den Auftrag für die Entwicklung seiner Web-Seiten an ein externes Unternehmen, so bleibt ihm im Verhältnis zum Auftragnehmer sein Urheberrecht insoweit, als er dessen Leute instruiert hat, etwa durch eigenhändige Skizzen. Um aber die Rechte auch hinsichtlich der Produkte an sich zu binden, die darauf aufsetzen und darüber hinausgehen, sollte sich der Auftraggeber in dem Vertrag mit der externen Firma diese Rechte ausdrücklich abtreten lassen und darauf achten, dass diese Nutzungseinräumung nicht nur für die gegenwärtig konkret geplanten Zwecke, sondern auch für die Zukunft, wenn die Homepage weiter ausgebaut oder in anderem Zusammenhang eingesetzt wird, erfolgt. Gibt jemand den Auftrag für die Entwicklung seiner Web-Seiten an ein externes Unternehmen, so bleibt ihm im Verhältnis zum Auftragnehmer sein Urheberrecht insoweit, als er dessen Leute instruiert hat, etwa durch eigenhändige Skizzen. Um aber die Rechte auch hinsichtlich der Produkte an sich zu binden, die darauf aufsetzen und darüber hinausgehen, sollte sich der Auftraggeber in dem Vertrag mit der externen Firma diese Rechte ausdrücklich abtreten lassen und darauf achten, dass diese Nutzungseinräumung nicht nur für die gegenwärtig konkret geplanten Zwecke, sondern auch für die Zukunft, wenn die Homepage weiter ausgebaut oder in anderem Zusammenhang eingesetzt wird, erfolgt. 

 

 

 

Mit Links gelinkt? 


Interessant wird die eigene Web-Seite für die Nutzer dadurch, dass sie von dort aus auch andere Homepages aufsuchen können, die im Zusammenhang stehen. So liegt es nahe, auf die Homepages von Verbänden, Spartenzeitschriften oder sogar Konkurrenten zu verweisen. Das ist an sich auch zulässig. Jedoch ist zu beachten, dass Unterschiede in der Art und Weise dieses Hinweises (sogenannter Link) und in der durch die Initialisierung dieses Links erzeugten Adressierung bestehen und zu völlig verschiedenen Beurteilungen hinsichtlich der Zulässigkeit führen können.
Zulässig ist es, einen von manchen sogenannten „Inline-Link" zu legen, das heißt, im Text der eigenen Seite neutral, nur durch entsprechende Unterlegung, die überhaupt den Link als solchen kenntlich macht, auf eine andere Homepage zu verweisen und den Sprung zu ihr zu ermöglichen. Zulässig ist dies solange, als man auf diese Weise den Nutzer zur Haupt- bzw. Masterseite der fremden Adresse leitet. Ist die „Verlinkung" aber auf eine untergeordnete Seite dieser Adresse gelegt, so besteht die Gefahr, die Rechte des fremden Homepage-Anbieters zu verletzen, wenn etwa der Nutzer dessen Inhalte in dem Glauben aufruft, sie gehörten zur Homepage des Ursprungsortes. Von diesem Vorgehen sollte man daher solange Abstand nehmen, wie man es nicht mit dem fremden Anbieter abgestimmt hat. 

Fragen und Antworten: 

Was darf ich aus fremden Homepages auf meinen Rechner herunterladen?


Grundsätzlich alles, was zu diesem Zweck freigegeben ist. Bei Zweifeln sollte man lieber auf ein Herunterladen verzichten, denn jeder Text, jedes Bild und jedes Audio-Element usw. wird in der Regel geschützt sein. Das bedeutet, dass das Nutzungsrecht nur soweit geht, wie es auch eingeräumt wurde, und zwar vom ursprünglichen Inhaber. Der Umstand, dass ein Anbieter die genannten Elemente zur Verfügung stellt, lässt nicht zwingend den Rückschluss darauf zu, dass es ihm seinerseits erlaubt ist, sie Dritten überhaupt zur Verfügung zu stellen. 

Darf ich die heruntergeladenen Dateien für weitere Zwecke nutzen? 

Grundsätzlich nein. Jedenfalls nicht, soweit die Dateien wiederum einem weiteren Kreis von Nutzern zur Verfügung gestellt werden und erst recht nicht, soweit damit eine wirtschaftliche Betätigung angestrebt oder verbunden wird. 

 

Darf ich die Logos anderer Homepage-Anbieter einbinden und als Links verwenden? 

Nein. Damit würde man in namens- und markenrechtliche Ansprüche der betroffenen Firmen eingreifen. Die „gute Absicht", auf diese Weise diese Firmen bekannter zu machen, rechtfertigt dieses Vorgehen in keinem Fall. Man sollte unbedingt das ausdrückliche Einverständnis der betroffenen Firmen einholen, bevor man in dieser Richtung aktiv wird.

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