skip to Main Content
+49 (700) 34778539 info@firstlex.de Login
[layerslider id="6"]

Nachrichtenagentur ddp/ADN, Berlin; Meldung vom 12.01.1999

Nachrichtenagentur ddp/ADN, Berlin; Meldung vom 12.01.1999

"Ratgeber/Verbraucher/Telekanzlei

 

Telemarketing! Telebanking! Telekanzlei? – Ein Blick in die Arbeitsweise einer ganz anderen Art von Anwaltkanzlei

 

–Von ADN-Korrespondentin Tanja Westerhagen–

 

Hamburg (ADN)."Kanzlei Dr. Stumper, guten Tag." Eine freundliche weibliche Stimme sagt, alle Leitungen seien leider gerade besetzt und bittet den Anrufer, es später noch einmal zu versuchen. Telemarketing und Telebanking sind mittlerweile alte Hüte. Und Telekanzlei? Was ist das? Kundenfreundlich und effzient soll sie sein, die – wie im Internet angepriesen – "erste nahezu vollständig virtualisierte Kanzlei Deutschlands". Dahinter stehen drei junge Rechtsanwälte, die sich das Schlüsselwort "Telearbeit" zunutze gemacht haben.

 

An Stelle des klassischen Anwaltsbüros treten in diesem Fall durch Telefonleitungen vernetzte Arbeitsplätze. Jeder der Partner arbeitet in seinem zu Hause eingerichteten "High-Tech-Büro". Und wofür soll das gut sein? Der Anrufer landet noch einmal bei der netten Dame in der Zentrale. Sie nimmt seine Telefonnummer auf und sagt, einer der Anwälte werde zurückrufen. Am nächsten Tag meldet sich Rechtsanwalt Dr. Kai Stumper. Auf die Frage, was denn so ganz neu und ganz anders sei an der "Telekanzlei" antwortet er, das Teleworking-Konzept wirke sich auf die Ablauforganisation aus. Die Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant beschränke sich weitgehend auf Telefon und postalischen Versand der Unterlagen. Jeder Mandant bekommt eine direkte Durchwahlnummer zum Arbeitsplatz des jeweiligen Anwalts. Besonders Geschäftsleute empfänden dies als zeitsparend und effektiv, erklärt Stumper.

 

Die Idee sei, sowohl für den Kunden als auch für die Anbieter möglichst optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Mandant soll seinen Rechtsanwalt direkt, kurzfristig und zwanglos erreichen können, wenn er sich beispielsweise telefonisch beraten lassen möchte.

 

Wenn der Klient ein persönliches Gespräch wünscht, dann kommt – ganz nach dem Prinzip "der Kunde ist König" – der Anwalt ins Haus. "Wir sind ein organisches Wesen, das ständig weiter wächst und wenn der Kunde morgen sagt:"Wir hätten das gerne anders", dann machen wir es, sofern es uns erlaubt ist", sagt Stumper.

 

Schon während ihrer gemeinsamen Kieler Studienzeit hätten sich die drei Juristen gefragt, warum gewisse althergebrachte Strukturen im Kanzleibereich nicht erneuert werden könnten, erzählt Stumper.

 

Die Frage sei nämlich, wie sinnvoll und wichtig sie heute noch sind. "Wir wollten eine schlanke Kanzleiführung, die trotzdem die Zwecke eines solchen Betriebes abdeckt". Durch Verzicht auf ein gemeinsames Büro könnten Zeit und Kosten eingespart werden. Letztendlich profitierten davon auch die Mandanten.

 

Darüber hinaus bietet Kanzlei Dr. Stumper ab Anfang Januar offiziell einen bundesweit geschalteten "Hotline-Service" an. Hier handelt es sich um eine 0800-Nummer, die Ratsuchende bei geringfügigen Fällen ohne Telefonkosten anwählen können. Die Beratung wird dann zu einem bestimmten Minutensatz abgerechnet.

 

Der Anrufer wählt noch einmal die Nummer der Zentrale. "Telekanzlei, guten Tag". Die Stimme sagt, Herr Dr. Stumper sei gerade auf einem Termin. Sie könne nicht sagen, wann er wieder im Hause sei. Später ist die Leitung besetzt. Wenn das für den Andrang an Tele-Mandanten spricht, dann können die Juristen wohl zufrieden sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top