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Kanzlei Dr. Stumper unterstützt Spendenaufruf zum Zwangsarbeiterfonds

Kanzlei Dr. Stumper unterstützt Spendenaufruf zum Zwangsarbeiterfonds

 


Leserbrief, erschienen in NJW 2001, Heft 8, S.XX

 

Kanzlei Dr. Stumper begrüßt die Initiative des DAV contra Rechtsextremismus und insbesondere auch den Spendenaufruf zum sog. Zwangsarbeiterfond, organisiert durch den Bremischen Anwaltsverein. Der DAV hat zwar Recht, daß eine damalige Beschäftigung von Zwangsarbeitern in Kanzleien eher unwahrscheinlich ist. Und sicher haben wir Anwälte noch am ehesten Gelegenheit, auf Widerstand aus dem Anwaltstand hinzuweisen. Jedoch haben wir Juristen mit unserer Arbeit und dem vorauseilenden Gehorsam ganz wesentlich zum Versuch einer Rechtfertigung des damaligen Geschehens beigetragen. Schlimmer noch: wer auch immer eine juristische Bibliothek betritt, erkennt ohne jede Mühe, daß wir Juristen uns auch heute noch mit den Werken führender nationalsozialistischer Juristen schmücken. Daß gerade auch Theoretiker mit besonders abscheulichen Beiträgen zum damaligen "Recht" heute noch höchste Ehren in der Rechtswissenschaft genießen. Sogar in der NJW selbst liest man nur dann etwas im Rahmen von Ehrungen, Nachrufen usw. über die damalige Zeit, wenn es ehrenvoll ist; dunkle Seiten der jeweiligen Vita werden offenbar auch heute noch gern übergangen. Vor diesem Hintergrund haben nicht nur wir Anwälte, sondern alle Juristen eine erhebliche moralische Verpflichtung im Hinblick auf die finanziellen Folgen der Aufarbeitung dieses Kapitels deutscher Geschichte. Viele Kanzleien heute haben nun allerdings keinerlei Vergangenheit, die so weit zurück reicht. Wenn wir "Jüngeren" nun spenden wollen, stehen wir vor einem Problem: wir wollen den Empfängern gegenüber ein Zeichen setzen; denn gibt jeder Anwalt in Deutschland auch nur 100,00 DM, so kommt bei 100.000 Anwälten bereits ein kleines Symbol zustande. Nur was wir auf keinen Fall wollen: mit unserem Beitrag die immer noch maßlose Zurückhaltung damaliger "Täter-"Unternehmen verdecken helfen. Unser Geld soll den Zwangsarbeitern zugute kommen, nicht mittelbar damaligen Tätern. Von daher ruft unser Haus den DAV auf, ebenso wie z.B. die evangelische Kirche zunächst sicherzustellen, daß alle Spenden ohne Anrechnung auf den durch die Wirtschaft aufzubringenden Betrag zur Verfügung gestellt werden. Dies sollte der Fond ausdrücklich garantieren.


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