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Das Falsche im Richtigen

Heute war es wieder soweit. 14:30 Uhr, Mittagshitze, 32 Grad, Jogger. Joggen ist gesund. Aber warum muß man sich genau dann die Strecke runterquälen, wenn es am heißesten und am staubigsten ist ?
Nach langem Grübeln glaube ich, die Antwort gefunden zu haben.
Es gibt drei Gruppen von Joggern.

Die einen sind unsportlich und übergewichtig. Sie schleichen sich morgens oder abends im Schutz der Dämmerung um die Ecken. Für sie ist Jogging die völlig falsche Sportart: Gelenke und Herz werden geschädigt, die ganze Maloche ist sinnlos.

Die andere Gruppe besteht aus den Profis. Sie wissen, was sie tun, laufen langsam, aber beständig, besitzen eine gewisse Kondition, legen meist keinen großen Wert auf Blender-Klamotten und lassen sich oft am späten Nachmittag oder morgens vor der Arbeit unauffällig blicken.

Und dann ist da die Gruppe der disziplinierten Masochisten. Ihnen macht das Laufen an sich keinen Spaß, sie haben aber durchaus die Verfassung und Statur, die Sache voranzubringen. Sie laufen, weil sie sich mit dem Kopf entschieden haben, dass es gut für sie sei.
Dabei hat ihnen ihr Kopf (oder irgendeine Frauen- oder Männerzeitschrift)mitgeteilt, dass sie umso gesünder leben, je mehr sie sich quälen.

Also machen sie alles, was keinen Spaß macht.
Sie gehen nicht nur ins Fitnessstudio, essen Müsli und meditieren, sondern sie joggen dann, wenn es richtig unangenehm ist: in der größten Mittagshitze, am besten auf Asphalt.

Qualen sind gut, sagen sie sich. Erst das Gefühl der Qual bestätigt im Gehirn die Idee, etwas getan zu haben, was sich lohnen muß.
Erst dadurch entsteht ein gutes Gewissen: ich habe mich gequält, also bin ich und bin dabei auch noch gut.
Menschen aus dieser Gruppe haben  jeden Bezug zu ihrem Körper, ihrer Umwelt und zur Realität verloren.

Im Arbeitsleben erkennt man sie daran, dass sie an Regeln glauben, sich von Vorgesetzten „führen“ lassen und jede Erniedrigung als Herausforderung betrachten.
Je mehr sie ihre Arbeit als Qual erleben, desto mehr glauben sie, sich für ihre Aufopferung mit einem guten Gewissen belohnen zu dürfen.

Sie wollen das Richtige und tun doch das Falsche.

Es sind liebe, freundliche Buddies—Menschen wie Du und ich.

Ihr Kai Stumper

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