Das Mandatsverhältnis ist die Umschreibung für eine Unterart des Dienstvertrages und kommt zustande wie jeder andere Vertrag auch. Das bedeutet, daß noch nicht einmal die Schriftform vorgeschrieben ist. Daher kommt ein Mandat in dem Moment zustande, wo sich die beiden Parteien, Mandant und Rechtsanwalt, einig darüber sind, daß eine Beratung in Bezug auf eine spezielle Rechtsfrage erfolgen soll.Vor diesem Hintergrund ist auch einleuchtend, daß zum Beispiel eine Rechtsberatung am Telefon ein Mandatsverhältnis begründet.

Was kostet es mich?

Immer mehr Rechtssuchende, gleich, ob als privater oder als gewerblicher Nachfrager, entwickeln ein feines Gespür dafür, daß ein Rechtsanwalt kein „Gott in schwarz“ ist, sondern ein Dienstleister, dessen Preis sich am Wettbewerb messen lassen sollte.

Das Problem:

  1. viele Anwälte sehen es nicht so.

  2. Grundsätzlich sind Anwälte an die Rechtsanwaltsvergütungordnung (RVG) gebunden.

Punkt 1. lassen wir mal dahingestellt.

Bezüglich Punkt 2. gibt es oftmals große Unsicherheit, wie man feststellen kann, welche Kosten auf einen zukommen.

Vorweg gesagt: Ein Anwalt hat fast immer die Möglichkeit, den Preis für seine Leistungen gemeinsam mit dem Mandanten zu verhandeln. Das heißt: er muß sich grundsätzlich nicht an das RVG halten.

Das RVG wird allerdings stets Grundlage des Mandats, wenn nichts anderes vereinbart wurde. Der Anwalt ist auch nicht verpflichtet, auf das RVG oder überhaupt auf die Höhe der Gebühr hinzuweisen, wenn nicht der Mandant ausdrücklich danach fragt.

Das RVG selbst ermöglicht es aber, eine Gebührenvereinbarung abzuschließen. Sie bedarf allerdings zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. Wenn diese Voraussetzung vorliegt, kann auf diese Weise ein der Sache angemessenes Honorar vereinbart werden. In aller Regel wird man dabei Stundensätze vereinbaren.

Immer wieder kommt es vor, daß selbst Mandanten aus dem Bereich von Mittelstand und Industrie erstaunt sind über die Höhe derartiger Stundensätze. Sie können bei anspruchsvollen Rechtsfragen bis zu 500.- Euro erreichen. Im Schnitt dürften zwischen 200- Euro und 400.- Euro in der Diskussion liegen.

Dabei sollte man als Mandant allerdings folgendes beachten: eine wirklich gute anwaltliche Dienstleistung erfordert heute:

  • eine gute Ausbildung

  • eine stetige Weiterbildung

  • einen modernen Arbeitsplatz

  • moderne EDV

  • tüchtige Mitarbeiter

  • Literatur auf dem neuesten Stand

Allein die Pflege der Literatur auf dem notwendigsten Niveau, die neben Fachzeitschriften und Urteilssammlungen stetig in neuer Auflage erscheinende Gesamtdarstellungen umfaßt, kostet mittlerweile für eine mittlere Kanzlei leicht 20.000 Euro und mehr pro Jahr.

Rechnet man die übrigen Unkosten und den Zeiteinsatz im Hintergrund hinzu, so wird klar, daß Stundensätze von beispielsweise 200.- Euro sehr schnell aufgezehrt sind.

Noch ein Hinweis auf einen häufigen Irrtum:

Viele Nachfrager glauben, daß sie anwaltliche Leistungen günstiger erhalten, wenn sie nach dem RVG abrechnen lassen.

Dazu folgendes Beispiel:

Ein mittelständisches Unternehmen möchte Software für ca. 300.000.- Euro erwerben. Der Anwalt soll die Verträge entwerfen bzw. vorhandene Verträge prüfen.
Der befragte Anwalt bietet an: entweder eine Berechnung nach RVG oder ein Honorar von 300.- Euro pro Stunde. Er erklärt, daß er etwa 10 bis 12 Stunden für die Tätigkeit ansetzt.
Das Unternehmen ist entsetzt über das hohe Stundenhonorar. Das wären immerhin mindestens 3000.- Euro. Es wünscht daraufhin eine Berechnung nach RVG.
Der Anwalt erläutert, daß sich nach der RVG eine Gebühr in Höhe von fast 5000.- Euro ergibt. Auch hierüber ist das Unternehmen entsetzt. Das wäre ja fast das doppelte. Zwar muß der Anwalt diese Gebühr innerhalb eines Satzrahmens an die Schwierigkeit des Falles angleichen, so daß sie im Ergebnis auch geringer ausfallen kann; hier liegt aber die Betonung auf dem Wort „kann“.

Im Stadium des gerichtlichen Verfahrens ist es noch strenger: unter den Tabellenwert des RVG darf man selbst mit einer Honorarvereinbarung nicht gehen.

Die Gebühr nach RVG wird fällig mit dem „ersten Handschlag“ des Anwalts, bleibt aber ihrer Höhe nach fix, solange nicht weitere Stufen wie prozessuale Schritte hinzutreten.
Die Summe des Stundensatzes hängt dagegen lediglich von der zu investierenden Zeit ab, kann also sowohl unter als auch über der RVG-Gebühr liegen.

Im Ergebnis hätte es also für das Unternehmen sinnvoller sein können, das Mandat zu dem vorgeschlagenen Stundenhonorar einzugehen.

Wie finde ich überhaupt einen guten Anwalt?

Die Möglichkeiten sind sehr vielschichtig. Auch heute noch ist die Empfehlung eines Anwalts durch Freunde oder Geschäftspartner sowohl unter Privatleuten als auch unter Gewerbetreibenden bzw. im industriellen Bereich weit verbreitet.
Das wundert nicht, denn der Markt ist durch die immer weiter ansteigenden Zahlen von ausgebildeten Volljuristen und dabei insbesondere von Rechtsanwälten immer breiter und unüberschaubarer geworden. In einigen Fachgebieten ist ein Fachanwalt als spezielle Fortbildung möglich, etwa im Arbeitsrecht. Viele Rechtsthemen sind aber in diese Form der Spezialisierung noch nicht eingebunden, etwa das EDV-Recht.

Dort ist man dann auf andere Indikatoren angewiesen. Das sind beispielsweise die sogenannten Schwerpunktangaben. Dort wird unterschieden in Tätigkeitsschwerpunkte und Interessenschwerpunkte. Dabei kann jeder Anwalt frei Interessenschwerpunkte angeben, Tätigkeitsschwerpunkte aber nur, wenn er belegen kann, daß er seit mindestens zwei Jahren auf diesem Gebiet „nachhaltig“ tätig ist.
Nach neuester Rechtsprechung ist auch die Bezeichnung als „Spezialist“ zulässig.

Neben den gelben Seiten, also den Branchenbüchern, gibt es inzwischen zahlreiche Dienste, die es übernommen haben, Auskunft über Rechtsanwälte nach Fachanwaltsgebiet, Schwerpunkten und regionaler Anbindung zu geben.

Dazu gehören zunächst die Rechtsanwaltskammern und die Anwaltsvereine, die jeweils über die Auskunft, das Telefonbuch oder das Internet zu finden sind.

Außerdem gibt es Suchdienste. Der bekannteste ist wahrscheinlich der Anwalt-Suchservice.

Besuchen Sie bitte unsere Links, wenn Sie entsprechende Quellen suchen.